Es gibt zwei grundlegende Möglichkeiten, wie man seine Heimvernetzung in der Wohnung oder im Haus aufbaut – kabelgebunden oder drahtlos. Mittlerweile sind aber auch erste Mixversionen denkbar. Neben den drahtgebunden Systemen wie KNX oder Loxone stehen sich EnOcean, Z-Wave oder DECT-ULE gegenüber. Das in der Regel vorhandene WLAN wird dabei meist vergessen, um WiFi-basierte Smart Home Komponenten einzubinden.

Sonoff Wifi Schalter

Sonoff, ein chinesischer Hersteller, bietet verschiedene Smart Home Komponenten auf WIFI-Basis an. Praktisch und risikoreich zugleich befinden sich die Aktoren dann im heimischen (W)LAN und funken über eine statische IP-Adresse.

Die Neugierde auf Sonoff entstand durch ein Gespräch mit einem Kollegen bei mir auf Arbeit. Gepaart mit einem praktischen Hintergrund, wo ich sowieso gerade auf der Suche war, eine passende Lösung zu finden, bestellte ich einen Sonoff Touch T1 EU.

Sonoff-Touch-EU

Die längere Lieferzeit, das Teil wird von China losgeschickt, überbrückte ich mit tiefgreifenden Recherchen zu Sonoff, der Originalsoftware und der Hersteller-App.

Was kann der Sonoff T1 EU?

Sonoff-Touch-Einbau-mit-Tasmota
Sonoff ohne Abdeckung an der Wand montiert

In meiner Anwendung ersetzt der Sonoff einen klassischen Lichtschalter in Form eines Serienschalters. Natürlich könnt ihr das Modell auch als einfachen Lichtschalter für eine Lampe kaufen. Regulär wird der Sonoff über die Hersteller-App eingerichtet und ins heimische WLAN (2,4 GHz) integriert. Anschließend dient die App zur Steuerung der Leuchten. Die gewohnte Bedienung der Leuchten wird durch die Touch-Möglichkeit am Schalter selbst weiterhin gewährleistet.

Ein kleiner bitterer Beigeschmack ist dennoch vorhanden. Der WiFi Schalter steht permanent mit seinem chinesischen Server im Austausch und die Schaltzustände sowie die Konfiguration werden „nach Hause“ gesendet. Dies wollte ich aber unterbinden. Der Sachverhalt ist nicht neu, viele Stellen im Netz berichten über Möglichkeiten dies zu unterbinden.

Sonoff flashen auf Tasmota

Mit einer Lieferzeit von ca. 3 Wochen kam mein Sonoff Touch dann auch endlich bei mir an. Zum Flashen benötigt ihr noch einen FTDI USB Adapter und dazu ein passendes Mini-B-USB-Datenkabel zwischen PC und Adapter. Als Flashsoftware kommt der Quelltexteditor „Atom“ (atom.io) zum Einsatz.
Die neue Software – Tasmota – lässt sich über GitHub einfach herunterladen. Sowohl Atom als auch Tasmota sind OpenSource und werden von der Community weiterentwickelt.

Okay, soweit ist das, denke ich, alles verständlich und für jedermann nachvollziehbar. Was im Detail gemacht werden muss, stellt dieses YouTube-Video sehr gut dar. Ich selbst habe mich daran orientiert.

Bei einem Sonoff Touch (2-Channel) unterstützt Euch dieses Video, um die richtigen Pins zu finden und den Sonoff-Touch in den Flashmodus zu versetzen.

Was wird alles zum flashen benötigt?

  • Sonoff Touch
  • FTDI USB Adaper
  • Mini-B-USB-Datenkabel
  • PC-Software: Atom
  • Software: Tasmota
  • Flash-Kabel zwischen FTDI und Sonoff

Sonoff Flash-Kabel Eigenbau

Für mich ist es immer wieder eine schöne Abwechslung, wenn ich ab und an „basteln“ kann. Der FTDI hat als „Ausgang“ zum Objekt, was geflasht werden soll, nur Pins. Für den Flashvorgang am Sonoff benötigen wir je einen Pin „Plus – 3,3 V“, „Minus – GND“, „RX“ und „TX“.

Mein Ergebnis könnt ihr auf den Bildern sehen. 🙂

Das Flash-Kabel hat ohne Probleme das Tasmota auf den Sonoff gespielt. Anschließend startet der Sonoff Touch neu. Ein Blick in die FRITZ!Box Oberfläche zeigte, dass er erfolgreich im WLAN aufgenommen wurde.

Raspberry Pi mit ioBroker dient als Visualisierung

Mit dem Tasmota-Update auf dem Sonoff ist die chinesische Hersteller-App nicht mehr nutzbar. Dafür lässt sich über die zuvor fest definierte IP-Adresse der Sonoff im Browser jetzt aufrufen, bedienen und weiter konfigurieren.

Tasmota-erfolgreich-geflashed

 

Mit einem Raspberry Pi 3B+ und der dafür veröffentlichten ioBroker-Software ist es möglich, verschiedene Smart Home-Hersteller aufzunehmen, zu kombinieren, zu visualisieren und so auch Sonoff-Produkte einzubinden. Für ioBroker werden dafür spezielle Adapter bereitgestellt und mit etwas Konfiguration lässt sich vieles über eine separate Browserseite steuern.

Im vergangenen Blogbeitrag hatte ich Euch Details zu DECT-ULE geschrieben. ioBroker kann das Format ebenso über einen „DECT-Adapter“ verarbeiten. Als Ergebnis stehen so alle AVM-Produkte (DECT301 und DECT200) mit Informationen zu Heiztemperaturen, Schaltzuständen und Stromverbräuchen zur Verfügung. Alles was der ioBroker identifizieren kann, lässt sich in eine Übersicht bringen und regeln. Ein paar Stunden waren zwar nötig, aber das Ergebnis ist für den Anfang nicht schlecht. Das Tablet dient bei mir momentan zur Überwachung der Raumtemperaturen, der Heizung oder dem ebenfalls über IP-Adresse importieren AV-Receiver.

ioBroker-Visualisierung

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Christian

Ich bin im Online Marketing tätig und blogge in meiner Freizeit über Smart Home und das vernetzte zu Hause.
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