Letztlich hatte ich wieder ein Gespräch im Bekanntenkreis, was denn ein guter Einstieg in dieses Smart Home sei. Wo fängt man an zu erzählen und wie versucht man die Systeme und seine eigenen Erfahrungen neutral zu bewerten – schließlich muss ja jeder selbst seine passende Lösung erproben.

Zum Grundverständnis gehören die Smart Home Standards

Selten ist ohne eine intensivere Erstrecherche den Interessierten unklar, welche Smart Home Standards es gibt, ob funk- oder drahtbasiert oder in der Hybridform, was die Besonderheiten sind bzw. wo es Grenzen in der Technik gibt. Aufgrund der Fülle an unterschiedlichen Protokollen möchte ich nur diejenigen erwähnen und näher beschreiben, wo ich der Meinung bin, dass sie sich am Markt weiter platzieren werden. Daher seht es mir nach, dass es keine Garantie auf Vollständigkeit gibt oder eine Wichtung hat. 😉

Die Heimvernetzungslösung über WLAN

Vermutlich ist die WLAN-Technologie zur Übertragung von Signalen die Bekannteste. Vorrangig dient WLAN zur schnellen Datenübertragung von großen Datenmengen. Als Smart Home Standard wäre dies sehr gut vorstellbar, aufgrund der hohen Verbreitung. Schlicht fast jeder Haushalt hat WLAN. Das Frequenzband, auf dem WLAN arbeitet, ist auf 2,4 GHz und 5,0 GHz definiert, wobei die 2,4 GHz verbreiteter sind. Unabhängig auf welcher Frequenz das WLAN funkt, es benötigt viel mehr Energie als andere Smart Home Standards. Wer in Sachen Energie Abstriche macht, kann mittlerweile auch Smart Home Komponenten für WLAN nachrüsten. Ich selbst nutze aktuell einen smarten Wandschalter von Sonoff, der mit der Open Source Software Tasmota geflasht wurde. Aber auch Unterputz-Aktoren oder WLAN-Steckdosen gibt es am Markt.

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Heimnetzwerk mit LAN/WLAN

Das Smart Home Protokoll Z-Wave

Z-Wave Logo
Z-Wave Logo

Meist dauert es nicht lange und man liest im Zusammenhang von Heimvernetzung über Z-Wave. Oft kommen dann Namen wie Fibaro, TechniSat oder Danfoss auf eine Stufe. Unwissende schmeißen hier „Äpfel mit Birnen“ durcheinander und ordnen das Protokoll Herstellern zu, die dieses nur unterstützen.
Z-Wave ist ein Funkstandard, der auf 868 MHz-Band arbeitet, teilweise auch schon auf dem 2,4 GHz-Band. Hersteller, wie Danfoss, TechniSat oder Fibaro müssen ihre entwickelten Produkte auf Z-Wave oder Z-Wave Plus zertifizieren. Im Grunde entscheiden sich die Hersteller für dieses Protokoll, müssen sich zertifizieren lassen und dann werden ihre Sensoren oder Aktoren entsprechend aufgenommen.
Im Ergebnis lassen sich alle Z-Wave zertifizierten Sensoren und Aktoren bzw. Geräte untereinander vernetzen. Über die Mesh-Technologie, wo jedes Z-Wave Geräte beiträgt, die Kommunikation untereinander zu verbessern, entsteht so ein stabiles Funknetz. Die Datenübertragung erfolgt über AES-Verschlüsselung mit 128 Bit und in beide Richtungen, auch bekannt als bidirektional oder 2-Wege-Kommunikation.

Das Smart Home Protokoll ZigBee

Der Name ZigBee ist in den vergangenen 1,5 Jahren deutlich bekannter geworden. Dazu beigetragen haben sicher die großen Unternehmen, wie Philips mit der HUE-Reihe oder IKEA mit Tradfri oder auch der Leuchtenhersteller Osram.
Wie das Z-Wave-Protokoll ist auch das ZigBee-Protokoll ein energieeffizienteres Protokoll als WLAN. ZigBee überträgt die Daten ebenfalls verschlüsselt auf 868 MHz.
ZigBee wird oft mit Glühlampen oder anderen Beleuchtungsmöglichkeiten in Zusammenhang gebracht. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass es sich um den aktuellen ZigBee 3.0 Standard handelt. In den Anfängen wurde ZigBee in verschiedene Profile (ZLL und ZHA) unterteilt, die untereinander nicht kompatibel waren. In ZigBee 3.0 ist beides zusammengefügt.

EnOcean – die batterielose Funktechnologie

EnOcean Pi GPIO-Port
EnOcean Pi aufgesteckt auf einem Raspberry Pi

Über EnOcean habe ich schon in verschiedenen Beiträgen auf meinem Blog berichtet. Zuletzt mit dem EnOcean Pi mit FHEM. Hinter der Technologie vom EnOcean-Protokoll steht die Siemens AG. Seit 2012 ist EnOcean ein internationaler Funkstandard und wird ähnlich wie Z-Wave von einer EnOcean-Allianz weiterentwickelt.

Im Gegensatz zu Z-Wave und ZigBee basiert die EnOcean-Technologie größtenteils auf batterielose Komponenten. Die notwendige Energie wird über verschiedene Möglichkeiten gewonnen und kann in Form von Licht, Bewegung oder Temperaturunterschiede stattfinden. Auch die EnOcean-Technologie sendet auf der Frequenz von 868 MHz.

Das DECT-ULE-Protokoll

ULE-LogoUmfassend zu DECT-ULE als Heimvernetzungslösung bin ich am Beispiel von AVM schon eingegangen. Das DECT-Protokoll war ursprünglich nur für die Kommunikation unter Telefonie-Geräten vorgesehen. Der Zusatz ULE kam 2011 und bedeutet „Ultra Low Energie“, das ist quasi die energiesparende Version davon.
Gesendet wird mit DECT-ULE auf der Frequenz von 1890 – 1900 MHz. Der eher unbekannte Funkstandard birgt mit dem Zusatz „HAN-FUN“ einen Stolperstein.

Telekom und AVM nutzen für ihre Sensoren und Aktoren DECT-ULE/HAN-FUN. Die Telekom mit ihrem Magenta Smart Home hat viele Komponenten auf DECT-ULE im Angebot, aber nur drei der Komponenten sind mit AVM kompatibel.
Hier haben wir trotz gleichen Protokolls ein Kommunikationsprofil zwischen den Sensoren und Aktoren. Ich finde das nach wie vor sehr schade, schaut im HAN-FUN Blogbeitrag mal vorbei.

Das BidCos-Protokoll

max!-thermostat

Das BidCos-Protokoll nutzen die Smart Home Komponenten von EQ3 und HomeMatic. Den Namen BidCos wird man so kaum bisher wahrgenommen haben, ging mir zumindest so.

EQ3 ist ein Tochterunternehmen vom Elektronik-Fachverlag ELV. Dieser EQ3 stellt Sensoren und Aktoren mit dem BidCos Protokoll her, was eigens dafür entwickelt wurde. Die Systeme HomeMatic und MAX! nutzen dieses proprietäre (herstellergebundene) bidirektionale Funk-Protokoll, welches auf der Frequenz von 868 MHz arbeitet.

Das Protokoll Bluetooth LE

Jeder kennt das Bluetooth in tragbaren Lautsprechern oder in den Smartphones. Das Bluetooth Low Energie (BLE) wurde extra für das „Internet der Dinge“ entwickelt und hat eine deutlich geringere Energieaufnahme als das bisherige Bluetooth. Bluetooth LE nutzt das 2,4 GHz –Band zum Senden seiner Datenpakete.

Der wohl bekanntes Smart Home Anbieter mit BLE ist Apple mit seiner HomeKit-Lösung. Hier dient als Basisstation ein iOS-Gerät (Apple TV4 bspw.) und verwaltet alle Smart Home Geräte. Erweitert wird das Sortiment durch die Hersteller Eve, Philips oder Netatmo, die HomeKit zertifizierte Geräte anbieten.

Fazit zu Smart Home Standards

Neben den vielen Smart Home Herstellern und unterschiedlichen Standards ist die Wahl für ein System entscheidend.

Stellt euch gern die Fragen:

  • Was möchte ich mit Smart Home erreichen? (Kosten einsparen, Wohlfühlfaktor steigern, etc.)
  • Wie hoch sollen die Anschaffungskosten sein? (Grobes Limit definieren)
  • Wie schnell benötige ich eine Lösung? (Recherche und Gespräche sind hilfreich, bevor man einen Spontankauf durchführt)
  • Wo drückt der „Schuh“ am Meisten? (Startet mit dem Szenario, wo man sich persönlich erste Erfolge verspricht)
Folge mir!

Christian

Ich bin im Online Marketing tätig und blogge in meiner Freizeit über Smart Home und das vernetzte zu Hause.
Folge mir!

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